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Ablauf des Tomatis-Hörtrainings

Ein Tomatis-Hörtraining findet in mehreren Phasen statt, die auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt werden.

Die Anwendung der TOMATIS-Methode wird Hörtraining genannt. Vor dem ersten TOMATIS-Hörtraining wird von einer speziell ausgebildeten Fachkraft (der Institutsleiterin) ein ausführliches Erstgespräch mit einem Tomatis-Hörtest vorgenommen. Diese Statusbestimmung in der Audio-Psycho-Phonologie (SAPP) ist Voraussetzung für die individuelle Programmierung des Hörtrainings in unserem Institut.

Als Erstes wird im sogenannten "TOMATIS Listening Test" das Hörvermögen jedes Ohres über das relevante Frequenzband getestet. Dabei wird sowohl die Hörleistung über das Trommelfell (die sogenannte "Luftleitung") als auch die Wahrnehmung des über den Schädelknochen übertragenen Schalls ("Knochenleitung" genannt) gemessen, sowie das Unterscheidungsvermögen unterschiedlich hoher Töne festgestellt.

Daraus kann der TOMATIS-Therapeut Rückschlüsse in folgenden Bereichen ziehen :

  • körperliches Gleichgewicht und Bewegungskontrolle
  • vegetative Sensibilität
  • akustisches Differenzierungsvermögen
  • innere Wahrnehmungsbereitschaft

Anschließend an den "TOMATIS Listening Test" wird mit Kindern häufig ein von Prof. Tomatis veränderter Baumtest gemacht. Zusätzlich können auch noch psychomotorische Tests zur Anwendung kommen.

Mit Hilfe der Testergebnisse und einer ausführlichen Anamnese versucht die Institutsleiterin gemeinsam mit dem Klienten ein Therapiekonzept zu erarbeiten und erläutert dabei auch die Möglichkeiten der TOMATIS Methode.

Das TOMATIS Hörtraining selbst wird mittels patentierter und von TOMATIS International lizensierter Geräte in unseren Instituten durchgeführt. Dabei wird mittels eines elektronischen Gerätes (dem sogenannten "elektronischen Ohr") speziell aufbereitete Musik über einen eigens konstruierten Kopfhörer (mit einer zusätzlichen Schallquelle für die Knochenleitung) dem Gehör zugeführt.

Das für das Hörtraining verwendete Musikmaterial besteht im wesentlichen aus Instrumentalmusik von W.A. Mozart, Gregorianischen Chorälen sowie speziell für Kinder auch aus Kinderliedern. Dabei kann sich der Klient einfach entspannen - auch schlafen - oder aber sich kreativ betätigen (z.B. malen, zeichnen basteln, handarbeiten, Puzzle legen, spielen, Photoalben erstellen und vieles mehr) Nicht gestattet ist aber Essen, Lesen, Arbeiten, Lernen und dergleichen.

Kinder werden immer gemeinsam mit ihren Müttern einem Hörtraining unterzogen, da dies den therapeutischen Effekt wesentlich verstärkt. In unseren Instituten werden Kinder dabei immer von unserem speziell ausgebildeten Personal und durch Studentinnen betreut, so daß die Mütter währenddessen ungestört ihre Hörkur genießen können. Dabei bekommen sie in unseren Instituten ein individuelles, speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Musikprogramm zu hören.

Der Ablauf des TOMATIS Hörtrainings gestaltet sich in mehrere Phasen wie folgt:

Das allgemeine Grundtraining:

1. Teil:

Täglich zwei Stunden Hörtraining während 15 aufeinanderfolgender Tage (außer Sonntag. Insgesamt also zweieinhalb Wochen, nach der ersten und der zweiten Woche wird ein Zwischentest vorgenommen, am Ende erfolgt ein Abschlußgespräch mit der Leiterin.

Pause von ca. drei bis sechs Wochen

2. Teil:

Wieder täglich zwei Stunden Hörtraining während 8 Tagen, jeweils am Anfang und Ende erfolgt wieder ein Test und am Ende ein Abschlußgespräch mit der Leiterin.

Das spezielle Grundtraining besonders für Schwerstbehinderte, Kleinkinder, Senioren

1. Teil:

Während zweier aufeinanderfolgender Wochen Montag bis Freitag ein bis zwei Stunden Horchtraining, nach der ersten und der zweiten Woche wird ein Zwischentest vorgenommen, am Ende erfolgt ein Abschlußgespräch mit der Leiterin.

Pause von ca. zwei bis drei Wochen

2. Teil:

Montag bis Freitag ein bis zwei Stunden Hörtraining, jeweils am Anfang und Ende erfolgt wieder ein Test und am Ende ein Abschlußgespräch mit der Leiterin.

Pause von ca. zwei bis drei Wochen

3. Teil:

Montag bis Freitag ein bis zwei Stunden Hörtraining, jeweils am Anfang und Ende erfolgt wieder ein Test und am Ende ein Abschlußgespräch mit der Leiterin.

Fortsetzungstraining mit Aktivarbeit

Während einer weiteren Trainingswoche wird zusätzlich mit der eigenen Stimme gearbeitet. Diese täglichen Sitzungen beinhalten sowohl passives Hören wie im Grundtraining als auch aktives Stimmwahrnehmungstraining. Die über ein Mikrofon aufgenommene Stimme des Klienten wird über das elektronische Ohr individuell korrigiert und über einen Kopfhörer dem Gehör zugeführt. Dabei werden die vom Ohr schwächer aufgenommenen Frequenzbereiche verstärkt wiedergeben, so daß das Gehör gezielt in diesen Bereichen trainiert wird und eine dauerhafte Korrektur der Hörgewohnheiten erzielt wird. Dies führt wiederum zu einer Verbesserung der Stimmqualitäten in diesen Frequenzbereichen.

Daraus wird unmittelbar ersichtlich, daß dieses Training vor allem der allgemeinen Verbesserung der persönlichen Kommunikations- und Interaktionsfähigkeiten dient. Im speziellen lassen sich damit aber auch besonders im Bereich der Sprachintegration (also beim Erlernen einer Fremdsprache) außerordentliche Erfolge erzielen, da dabei die Aussprache in den für eine Sprache spezifischen Frequenzbereichen wesentlich verbessert werden kann.

Über diese Anwendungsbereiche hinaus gibt es spezielle Hörtrainingsangebote für Musiker, für Schwangere sowie zur Prüfungsvorbereitung.

Den Artikel hat uns das TOMATIS Institut Nettetal freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Letzte Aktualisierung am: 
23.05.2008

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