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19.05.2020
Arbeitspapier

Auswirkung der Corona-Epidemie auf Pflegefamilien

Dem Team des Forschungsprojektes EMPOWERYOU der Uni Bielefeld, in dessen Fokus die psychische Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Fremdunterbringung steht, ist es in der aktuellen Situation ein wichtiges Anliegen, noch einmal gesondert auf die spezifischen Schwierigkeiten hinzuweisen, mit denen sich Pflegefamilien im Augenblick konfrontiert sehen.

Themen:

Auszug aus dem Papier des EMPOWERYOU-Teams:

Die aktuelle Lage trifft Pflegefamilien im Allgemeinen und vor allem die, die Kinder betreuen, die auf Grund ihrer belastenden Biografien besonderer Fürsorge bedürfen, noch einmal in besonderem Ausmaß. Nicht nur, dass die Unterstützung durch externe Betreuungseinrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Sportvereine, Musikschulen oder ähnliches wegfällt, die Pflegefamilien müssen noch weitere Herausforderungen meistern. Der Kontakt zu den leiblichen Eltern ist nicht ohne Weiteres möglich, auch Besuche der Vormundin/des Vormundes können nicht stattfinden. Jugendämter mussten ihre Kapazitäten reduzieren, Hilfeplangespräche wurden auf ungewisse Zeit verschoben und auch therapeutische Maßnahmen können nicht mehr oder nur noch in reduziertem Umfang stattfinden. Klare Regelungen oder Vorgaben, wie mit der veränderten Situation umzugehen ist, gibt es jedoch noch nicht, was eine große Unsicherheit für die Pflegeeltern bedeutet. Der Wegfall dieser gewohnten, alltäglichen Strukturen ist für die Pflegekinder in höchstem Maße verunsichernd und kann Gefühle von Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein hervorrufen. 

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