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31.03.2014
Erfahrungsbericht

Vera - Schwester auf Zeit

Vera und Maria sind Freundinnen und besuchen eine Grundschulklasse. Als Marias Mama längerfristig in eine Klinik muss, nehmen Veras Eltern Maria als Pflegekind für diese Zeit bei sich auf. Veras Mutter erzählt die Geschichte aus Veras Sicht. Die Erfahrung bring Veras Eltern dazu, Bereitschaftspflegefamilie zu werden.

Vera und Maria treffen sich jeden Morgen im Kindergarten. Vera und Maria sind Freundinnen. Am liebsten spielen sie zusammen in der Puppenecke. Manchmal kneten sie auch, oder sie basteln. Frau Gentile, die Erzieherin, sagt immer, „Vera fällt immer etwas ein, Vera hat immer gute Ideen!“

Heute kommt Maria zu spät in den Kindergarten, das kommt in letzter Zeit häufig vor. Frau Gentile gefällt das nicht so gut, aber sie freut sich trotzdem, dass Maria da ist.

„Warum kommst du wieder so spät“, hat Vera einmal gefragt und da hat Maria erzählt, dass Mama morgens gar nicht aufstehen mag. „Am liebsten bleibt Mama im Bett und versteckt sich unter der Decke. Dann krabbele ich zu ihr und wir kuscheln zusammen. Das ist schön! Aber manchmal ist Mama morgens auch ganz traurig und weint und dann werde ich auch traurig. Ach, wenn es Mama doch wieder besser ginge“, sagt Maria und seufzt, und dann laufen die beiden in die Bauecke, denn da haben Rabia und Angelo gerade einen riesigen Turm gebaut.

Einmal war Vera auch bei Maria eingeladen. Sie haben toll zusammen gespielt, aber Marias Mama ging es nicht so gut; sie hatte ganz verweinte Augen und sah ziemlich traurig aus.

Und dann ist Maria ein paar Tage gar nicht in den Kindergarten gekommen. „Vielleicht ist Maria krank“, hat Frau Gentile gesagt, „oder Marias Mama ist krank und darum kann sie sie nicht bringen“.

An diesem Tag hat Vera mit Nemat und Rebecca gespielt. Aber als Mama sie abgeholt hat, hat sie gesagt, ohne Maria sei Kindergarten nur halb so schön.

Beim Mittagessen hat Vera Mama dann erzählt, dass Marias Mama so oft traurig ist und Maria dann nicht in den Kindergarten bringen kann. Und da hatte Mama die Idee, bei Maria anzurufen: „Hallo, Frau Menke, hier ist Frau Schuster, Vera´s Mutter. Vera hat Maria heute im Kindergarten vermisst und wir wollten fragen, ob Maria krank ist.....“

Ganz lange haben Veras und Marias Mama zusammen gesprochen, und Mama ist immer nachdenklicher geworden. Vera war sogar ein kleines bisschen sauer, weil es soooo lange dauerte und Mama keine Zeit für sie hatte! Aber später kam Mama in ihr Zimmer und sie haben zusammen gemalt, Vera hat Mama und Papa und ihren großen Bruder Jonas gemalt, und sich selbst natürlich auch; sie war die Prinzessin.

Abends dann, nach der Gute-Nacht-Geschichte hat Mama Vera in den Arm genommen und ganz feste gedrückt und dabei hat sie von dem Telefongespräch mit Marias Mama erzählt.

„Ich glaube, du hast recht gehabt, mein Schatz“, hat Mama gesagt, „Frau Menke scheint es wirklich nicht gut zu gehen. Vielleicht muss sie sogar in ein Krankenhaus. Aber was soll dann mit Maria passieren? Maria wohnt ja alleine mit der Mama und die Großeltern sind schon gestorben. Vielleicht sprechen wir mal mit Frau Gentile darüber.- Aber jetzt, mein Schatz, ist es Zeit für dich, zu schlafen. Gute Nacht – und Gott segne dich!“

Mama breitete die Bettdecke über Vera, streichelte ihr über den Kopf und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Dann steckte sie noch das kleine Nachtlicht in die Steckdose und ging leise aus dem Zimmer.

Vera kuschelte sich unter ihre warme Decke und nahm ihre kleine Feenpuppe in den Arm.

Mit ihrer Puppe im Arm konnte sie immer am besten schlafen, und sie erzählte ihr immer alles, was am Tag so passiert war. „Ach, kleine Fee, hoffentlich kommt Maria morgen wieder in den Kindergarten“, flüsterte Vera, „Maria ist nämlich meine allerallerbeste Freundin!“

Sie dachte nach, was Maria wohl gerade so machte und da fiel ihr auch Marias Mutter wieder ein, und was Mama alles erzählt hatte. Und plötzlich hatte Vera eine Idee; eine so gute Idee, dass sie nicht in ihrem Bett bleiben konnte! Sie warf die Decke zur Seite, hüpfte aus dem Bett und sauste ins Wohnzimmer. Dort saßen Papa und Mama eng aneinandergekuschelt und schauten Fernsehen. „Mama, Papa“, rief Vera und sprang auf Papas Schoß, „ ich hab´ eine Idee! Maria kann doch bei uns wohnen! Dann kann Marias Mama ins Krankenhaus und wieder gesund werden. Und Maria kommt einfach zu uns. Bitte, bitte Mama, das wäre so schön!!“

Mama und Papa schauten sich an, dann schauten sie Vera an und Papa sagte: „Sieh mal an, da hat unsere Vera mal wieder eine ihrer Ideen! Mama hat mir schon von Frau Menke erzählt, und dass sie nicht wissen, wie es weitergehen soll. Aber so einfach geht das nicht. Wo soll Maria denn schlafen? Und was ist, wenn sie nachts Heimweh bekommt? Und überhaupt, wie lange würde das denn dauern?“ – „Naja“, meinte Mama, „vielleicht können wir ja mal mit Frau Menke sprechen. Oder mit Frau Gentile, die kennt sich vielleicht aus, wie man das regeln könnte.“ „Jaja, Mama, das wäre so toll, dann wäre Maria so ein bisschen meine Schwester und wir könnten den ganzen Tag zusammen spielen!“, rief Vera und hüpfte vor Aufregung auf Papas Knien herum. „Nun mal langsam, mein Mädchen“, sagte Mama, „der Papa hat schon recht- so einfach ist das Ganze nicht. Aber vielleicht finden wir wirklich eine Lösung, wir werden sehen. Und jetzt ist es wirklich Zeit zum Schlafen, husch, hinein in dein Kuschelbett!“ Sie nahm Vera an der Hand und marschierte energisch mit ihr ins Kinderzim-mer.“ Als Vera im Bett lag, deckte Mama sie zu, strich ihr noch einmal über die Stirn und ging dann aus dem Zimmer. „Meine Vera mit den guten Ideen“, murmelte sie und schloss leise die Zimmertür.
Vera suchte noch schnell ihre Fee und rollte sich zusammen wie ein kleines Kätzchen. Ihre Idee hatte Mama und Papa gefallen, das hatte sie ihnen angesehen. Vielleicht wird es ja wirklich so gehen, dachte Vera und dann war sie auch schon eingeschlafen.

Beim Frühstück am nächsten Morgen erzählte Mama ihren Kindern, dass sie abends noch lange mit Papa gesprochen hatte. „Wir haben schon öfters daran gedacht, Kindern in Notlagen zu helfen“, sagte Mama, „warum sollten wir also nicht mit Maria anfangen? Aber zuerst müssen wir natürlich mit Marias Mutter sprechen.“

Während Maria und Vera im Kindergarten waren, haben Mama und Frau Menke lange miteinander gesprochen. Und mittags hat Mama dann noch mit Frau Gentile gesprochen. Frau Gentile fand Veras Idee auch gut, und sie wusste auch, wen man noch um Rat fragen kann, wenn ein Kind eine Zeit lang nicht zu Hause wohnen kann. Sie gab Mama die Adresse von Frau Lemke, die beim Jugendamt arbeitet. Frau Lemke weiß ganz viel über Kinder und besonders, wie man Kindern helfen kann, die in Not sind.

Gleich am nächsten Tag haben Papa und Mama also mit Frau Lemke einen Termin ausgemacht und dann ist Frau Lemke zu Besuch zu Veras Familie gekommen. Vera hat ganz stolz ihr Kinderzimmer gezeigt und die Meerschweinchen im Garten und auch Jonas´ Zimmer mit dem großen Boxsack und den Postern an der Wand.

Frau Lemke hat gesehen, wo Maria schlafen könnte, in Veras Zimmer oder im Gästezimmer daneben. Und dann haben die Erwachsenen noch ganz lange geredet. Vera hat erst ein bisschen zugehört, aber dann wurde es ihr langweilig. Viele Wörter konnte sie gar nicht verstehen, aber sie hat verstanden, dass Frau Lemke Mama und Papa richtig gut kennenlernen wollte. Schließlich musste sie ja wissen, ob Maria es auch gut haben werde bei ihrer Pflegefamilie

Vera ging ein wenig zu Jonas ins Zimmer und schaute ihm beim Computerspielen zu. „Jonas ist mein Lieblingsbruder“, sagte sie oft, aber spielen konnte sie nicht mit ihm. Immer wollte er am Computer sitzen und das fand Vera sooo langweilig und wenn sie Playmobil oder Prinzessin spielen wollte, hatte Jonas keine Lust. „Ach, wäre dass schön, wenn Maria hier wohnen könnte“, dachte Vera wieder und schlenderte wieder die Treppe hinunter zum Wohn-zimmer.

Unten verabschiedete sich Frau Lemke gerade von Papa und Mama. „Ich schicke Ihnen sofort morgen den Fragebogen zu. Und dann werde ich mal sehen, was Frau Menke sagt. Und nun tschüß, kleine Vera“, sagte sie, „und grüß deinen Bruder von mir.“ Papa brachte Frau Lemke zur Tür und Mama nahm Vera auf den Arm und setzte sich mit ihr auf das Sofa. „Ja, mein Schatz“, sagte sie, „nun müssen wir noch ein paar Fragen beantworten und einige Dinge klären. Und wenn alles klappt und alle einverstanden sind, kann Maria bald hier einziehen. Das wird für Maria wie ein Ferienaufenthalt sein. Ferien bei Familie Berger. Und wir werden für sie sorgen, dass es ihr gut geht, bis die Mama wiederkommt.“

Vera war ganz aufgeregt und wollte Maria am liebsten gleich abholen, aber Mama meinte, ein paar Tage müssten sie schon noch warten.

Ein paar Tagen waren vergangen, doch endlich, eines Morgens rief Frau Lemke an. Sie sagte, dass Maria nun bald als Pflegekind zu Bergers kommen werde. Frau Menke müsse nur noch einen Platz in der Klinik bekommen!

Mama und Vera bereiteten alles für Marias Einzug vor. „Es wird sicher nicht immer einfach für dich, mein Schatz“, sagte Mama. „Manchmal ist Maria vielleicht traurig und vermisst ihre Mutter. Dann müssen wir sie trösten. Auch deine Spielsachen musst du mit ihr teilen, denn Maria kann ja nicht alles mitbringen.“

Vera wurde etwas nachdenklich. Trösten konnte sie gut, dass wusste sie genau, aber ihre Spielsachen teilen? War das vielleicht doch keine so gute Idee gewesen mit Marias Einzug? Aber dann fiel ihr ein, dass es ja nicht für immer war und für eine Zeit konnte sie Maria ihre Sachen leihen. „Nur meine Fee darf Maria nicht haben“, rief sie energisch, „und meine Kuscheldecke- die gehören mir ganz allein!“ „Na klar“, sagte Mama lachend und drückte Vera einen Kuss auf die Wange. „Die gehören dir ganz allein!“

Am Dienstag war es dann endlich soweit. Frau Lemke brachte Maria zu Familie Berger. Marias Mutter war schon mit einem Taxi abgeholt und zur Klinik gefahren worden

Vera war ganz aufgeregt und sauste Maria schon am Gartentor entgegen. „Endlich bist du da“, rief sie und nahm Maria den Rucksack ab. Frau Lemke trug noch einen großen Koffer mit Marias Kleidern. Maria guckte etwas schüchtern. So oft war sie in letzter Zeit zum Spielen bei Vera gewesen, aber heute war es doch etwas anderes!

Aber Veras Mama lachte Maria an, schüttelte ihr die Hand und sagte „Hereinspaziert kleine Pflegetochter. Schön, dass du da bist“, und da wurde es Maria gleich wieder etwas leichter ums Herz.

Zuerst packten Maria, Vera und Mama Marias Gepäck aus, Kleider und Zahnputzbecher und sogar ein paar Spielsachen hatte Frau Menke für Maria eingepackt. Dann fingen die Mädchen an zu spielen und zur Feier des Tages durften sie sogar im Kinderzimmer den kleinen Kuchen essen, den Papa und Vera am Abend vorher gebacken hatten.

Auch Jonas kam ins Kinderzimmer. Er grinste und sagte „Oh nein, jetzt haben wir zwei kleine

Quälgeister im Haus“, und verdrehte die Augen, aber dann zwinkerte er Maria zu und da wusste sie, dass Jonas Spaß gemacht hatte. Vera streckte ihm die Zunge raus und sagte „ Sel-ber Quälgeist, geh´raus, wir wollen mit den Pferden spielen“, und da sauste Jonas in sein Zimmer, denn Pferd spielen wollte er ganz bestimmt nicht.

Von nun an marschierten Maria und Vera morgens ganz stolz zusammen zum Kindergarten. Nachmittags spielten sie im Garten oder in Veras Kinderzimmer oder sie gingen zum Kinderturnen in die Turnhalle. Manchmal vermisste Maria ihre Mama, dann war sie traurig und weinte. Und manchmal gab es auch Streit. Aber zusammen mit Mama gelang es meistens ganz schnell, Maria zu trösten oder sich wieder zu vertragen.

Eines Nachmittags wollte Maria Veras Roller ausprobieren. Da nahm Vera ihr Laufrad und sie fuhren mit Mama zum Spielplatz. Es war sehr schön dort und sie blieben fast bis zum Abendessen. Als sie nach Hause fahren wollten sagte Maria: „Aber jetzt will ich mal dein Laufrad haben, du kannst den Roller nehmen.“ Das gefiel Vera nicht, schließlich war es ihr Laufrad. „Geh weg“, sagte sie und schubste Maria ein Stückchen zur Seite, „das sind meine Sachen, da darf ich bestimmen!“ Da warf Maria den Roller auf den Boden und schrie:“ Immer willst du alles bestimmen. Ich will gar nicht mehr deine Freundin sein. Ich will zu meiner Mama!“ und sie fing ganz fürchterlich an zu weinen.

Jetzt war Vera ein bisschen erschrocken, aber ihr Laufrad hergeben wollte sie trotzdem nicht. „Es ist aber mein Rad“, sagte sie wütend, „und ich will nicht immer alles abgeben! Immer willst du meine Spielsachen haben“, und jetzt fing auch Vera an zu weinen. Mama schaute nachdenklich von einer zur anderen. „Ich glaube“, sagte sie, „ihr seid alle beide müde. Jetzt wird es aber Zeit, nach Hause zu gehen. Da mache ich euch erst mal ein paar leckere Pfann-kuchen und dann sehen wir weiter.“ Sie nahm die Mädchen in die Arme und drückte sie an sich. Dann gab sie Vera ihr Laufrad, stellte Maria auf den Roller und sagte: „So, jetzt gehts los. Ich schiebe Maria und beim nächsten Mal könnt ihr ja vielleicht die Fahrzeuge tauschen!“

Zu Hause angekommen, hatten die Beiden ihren Streit schon wieder vergessen. Und während Mama den Pfannekuchenteig rührte, durften sie noch schnell in die Badewanne, wo sie eine wilde Planscherei veranstalteten.

Beim Abendessen erzählte Papa, dass Post gekommen war: Ein Brief von Marias Mama. „Liebe Maria“, hatte sie geschrieben, „ich hoffe es gefällt dir gut bei Familie Berger. Ich habe mich in der Klinik schon gut erholt und nun dauert es nur noch wenige Wochen, bis ich wieder nach Hause kommen kann. Ich freue mich schon darauf und denke oft an dich. Viele Grüße und ein ganz dickes Küsschen schickt dir Mama. Und viel Spaß noch bei deiner Pflegefamilie!“

Maria freute sich über den Brief, aber ein bisschen traurig wurde sie auch beim Vorlesen. Aber Vera hatte wieder eine gute Idee: „Komm, wir malen ein tolles Bild für deine Mama, dann kriegt sie auch Post!“ Und da durften sie wirklich noch ein bisschen aufbleiben und malen und kleben, bis der Brief fertig war.

So vergingen die Tage. Maria hatte sich bei Familie Berger gut eingewöhnt und tobte oft mit Vera und Jonas durchs Haus. Manchmal musste Mama sogar mit ihr schimpfen, wenn sie zu übermütig wurde. Vera ging manchmal mit Papa zum Einkaufen. Dann freute sie sich, dass sie den Papa ganz für sich allein hatte.

Marias Mutter hatte sich ganz langsam erholt und es ging ihr immer besser. Und so kam der Tag, an dem Maria Abschied nehmen musste. Eines Nachmittags war es soweit: Frau Lemke kam mit Marias Mutter, um Maria wieder abzuholen. Maria und ihre Mama umarmten sich stürmisch und drückten sich ganz fest. Dann erzählte Veras Mama noch, wie die Zeit bei Familie Berger verlaufen war und dann war es endgültig Zeit, sich zu verabschieden. „Tschüß, kleines Ferienmädchen“, rief Papa und schwang Maria zum Abschied ganz hoch in die Luft. Und Mama umarmte Maria und sagte „Mach es gut, kleine Pflegetochter“. Nur Jonas grinste und verdrehte die Augen: „Gott sei Dank, nun ist nur noch ein kleiner Quälgeist im Haus“, aber er zwinkerte und da wusste Maria, dass er wieder Spaß gemacht hatte. Vera streckte Jonas die Zunge raus, aber auch sie wusste, dass Jonas es nicht ernst meinte.

Maria und Vera nahmen sich noch einmal ganz fest in die Arme und fast wollte Vera weinen, aber da sagte Mama: „Wenn ihr wollt, könnt ihr euch ja schon bald wieder verabreden und morgen früh seht ihr euch ja auch im Kindergarten!“

Dann nahm Frau Lemke Marias Koffer und alle drei stiegen ins Auto und fuhren winkend davon.

„Na Vera“, meinte Mama und nahm ihre Tochter auf den Arm, „was wollen wir jetzt machen? Hast du Lust mit mir zu kneten? „Oh, ja“, rief Vera, „und Papa und Jonas sollen auch mitmachen!“ Und so saßen alle vier am Tisch und formten die lustigsten Gestalten und Vera hatte dabei die besten Ideen!

Übrigens: Ein paar Wochen später, als Vera, Jonas, Papa und Mama gerade beim Abendessen saßen, klingelte das Telefon. Frau Lemke war am Apperat. Sie sprach kurz mit Mama und Papa und Vera wurde schon ganz neugierig. „Ein kleiner Junge, fast noch ein Baby, braucht für einige Zeit eine Pflegefamilie“, erzählte Papa nach dem Telefongespräch. Und stellt euch vor, er kommt noch heute Abend zu uns!“ Jonas und Vera wurden ganz aufgeregt. „Endlich mal ein Junge“, sagte Jonas fröhlich und auch Vera freute sich. „Ein Junge, ein Junge“ sang sie und hüpfte durchs Wohnzimmer. Ich wollte immer schon einen KLEINEN Bruder und jetzt bin ich die große Schwester!“ „Halt, halt, mein Schatz“, lachte Mama, als sie sah, wie aufgeregt Vera war. „Es stimmt, du wolltest immer einen kleinen Bruder haben. Aber vergiss nicht: der kleine Junge bleibt nicht lange bei uns. Sobald Frau Lemke weiß, wie es mit ihm weitergeht, wird er uns wieder verlassen!“ „Naja“, meinte Vera nach kurzem Überlegen und hüpfte schon wieder herum, „das macht nichts. Ich bin trotzdem ein bisschen seine Schwester- eine Schwester auf Zeit“

Diese Geschichte wurde von einer Bereitschaftspflegemutter geschrieben, die nach Maria noch viele Pflegekinder in Bereitschaftspflege aufgenommen hat.
Die Namen wurden von der Redaktion geändert.

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