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Mitarbeit bei der Erstellung eines Konzeptes zur Familiären Bereitschaftsbetreuung

In den letzten Jahren wurden die Anforderungen an die FBB immer größer, da die in Obhut genommenen Kinder immer älter und geschädigter sind.

Nachdem im Jahre 2006 die Konzeption der Vollzeitpflege für die Jugendhilfe der Stadt Mülheim an der Ruhr fertig gestellt war, wurde seitens der FBB-Familien (FFB= Familiäre Bereitschaftsbetreuung) immer öfter die Frage gestellt, ob ein paar Zeilen im Konzept der schwierigen Aufgabe einer FBB gerecht werden und ausreichen. In den letzten Jahren wurden die Anforderungen an die FBB immer größer, da die in Obhut genommenen Kinder immer älter und geschädigter sind.

Anfang 2007 hat dann der Pflegekinderdienst in enger Zusammenarbeit mit praktizierenden Bereitschaftspflegeeltern begonnen, die Familiäre Bereitschaftsbetreuung zu konzipieren.
Die Fachkräfte des PKD und 3 FBB-Pflegemütter haben sich an vielen Vormittagen getroffen, um gemeinsam dieses Konzept zu formulieren. Auch wenn wir uns zum Teil am Rahmenkonzept des Landesjugendamtes orientiert haben, war es uns allen immer wieder wichtig, dass die praktischen Erfahrungen der FBB-Stellen im Konzept berücksichtigt wurden.

Während dieser Zeit wurde uns bewusst, welch guter Standard sich in der FBB unserer Stadt in den letzten Jahren entwickelt hat, einfach indem wir immer gemeinsam mit dem PKD im Gespräch waren und Erfahrungen aller Parteien in die Arbeit einfließen lassen konnten.
So wurde z. B. beschlossen, dass Geschwisterkinder nicht mehr gemeinsam untergebracht werden, da im Falle von Vernachlässigung oder Misshandlung jedes Kind für sich viel Zuwendung benötigt. Außerdem haben diese Kinder untereinander oft eine problematische Bindung aufgebaut. Eine getrennte Unterbringung bietet jedem Kind eine individuelle Entwicklung, älteren Kindern wird die Verantwortung für ihr jüngeres Geschwisterkind abgenommen.

Da es in Mülheim nur 10-12 FBB-Stellen gibt, ist es möglich untereinander gute Kontakte zu pflegen. Wir treffen uns regelmäßig beim Stammtisch. Kinderkleidung und Ausrüstung werden im Notfall hin und her getauscht. Hat jemand ein besonderes Problem mit einem Kind, benötigen neue FBB-Stellen Auskünfte oder will sich jemand nur mal mitteilen, ist immer ein Ansprechpartner am Telefon erreichbar.

Wir unternehmen viel mit den Kindern gemeinsam. Dabei haben wir festgestellt, dass es den Pflegekindern gut tut, untereinander Kontakt zu haben. So erfahren sie, dass sie in ihrer Situation nicht allein sind, dass es noch andere Kinder gibt, die, aus welchen Gründen auch immer, nicht in ihren Familien leben können. Auch getrennt untergebrachte Geschwisterkinder haben so regelmäßigen Kontakt.

Ein in Obhut genommenes Kind wird von der ASD-Fachkraft gemeinsam mit der PKD-Fachkraft zur FBB gebracht. In einem ersten Gespräch werden der FBB dann alle bekannten und relevanten Informationen weitergegeben. (Grund der Herausnahme, bekannte Probleme, bekannte Krankheiten usw.) sowie vorhandene Dokumente übergeben (KV-Karte, Impfausweis, U-Heft). Die anvisierte Unterbringungsdauer wird besprochen sowie die Form der ersten Umgangskontakte mit den Herkunftseltern festgelegt. Zeitnahe Termine für das Fachgespräch und das erste Hilfeplangespräch werden festgelegt. Am HPG nimmt die FBB teil.
Aufgrund enger Kontakte zu Kinderärzten, dem sozialpädiatrischen Zentrum, dem Gesundheitsamt sowie Kindergärten und Schulen können wir sofort nach Aufnahme eines Kindes mit der Diagnose beginnen. Dies bedeutet, dass recht schnell der konkrete Hilfebedarf eines Kindes festgestellt werden kann. Auch der monatliche Bericht der FBB an den PKD über den Entwicklungsverlauf trägt zur Klärung der Perspektive bei.
Nach Abklärung des Förderbedarfs beginnen wir mit entsprechenden Therapien wie Frühförderung, Ergo- oder Sprachtherapie.

Die Umgangskontakte werden meist in geschütztem Rahmen im Beisein der PKD-Fachkraft durchgeführt. Hierbei kann die Zuverlässigkeit der Eltern und deren Umgang mit dem Kind beobachtet werden.

Wenn eine Entscheidung über den Verbleib des Kindes getroffen wurde, wird die Rückführung oder die Anbahnung in eine Dauerpflege von der FBB gemeinsam mit dem PKD-Fachdienst geplant. Die Dauer der Anbahnungszeit richtet sich nach der Verweildauer des Kindes in der FBB, dem Alter und dem Entwicklungsstand des Kindes. Bei einem Säugling z. B. werden die Termine mit Herkunfts- oder Pflegeeltern sehr engmaschig in einem sehr engen Zeitrahmen festgelegt. Ein älteres Kind benötigt mehr Zeit, um sich auf eine neue Familie einstellen zu können.

Den Wohnortwechsel führt die PKD-Fachkraft durch, je nach Umständen auch zusammen mit den Bereitschaftspflegeeltern.

Um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden, benötigen und bekommen wir eine gute Betreuung des PKD-Fachdienstes. Wir finden bei Problemen immer ein offenes Ohr, sowohl bei den zuständigen PKD-Fachkräften als auch bei der Amtsleitung. Der PKD organisiert regelmäßig Seminare, die speziell auf FBB-Bedürfnisse zugeschnitten sind. Hier kommen die Themenverschläge durchaus auch mal von den Bereitschaftspflegeeltern. Außerdem bekommen wir bei von uns empfundenen Bedarf auf Antrag Hilfe durch Supervision. Eine Gruppensupervision wird demnächst installiert.

Um die Arbeit der FBB immer wieder zu hinterfragen und weiterzuentwickeln nimmt an den Treffen der Arbeitsgemeinschaft Pflegekinder Mülheim an der Ruhr immer ein Vertreter der FBB teil.

Letzte Aktualisierung am: 
21.08.2008

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