Sie sind hier

25.02.2014
Projekt

Jugendhilfe und dann?

Dieser Frage gehen zurzeit mehrere junge Erwachsene nach, die selbst stationäre Jugendhilfeerfahrung gemacht haben und in Pflegefamilien aufgewachsen sind. Ausgangspunkt für diese Fragestellung ist die aktuelle Forschung einer Arbeitsgruppe der Uni Hildesheim, welche 2011 deutschlandweit Menschen, die in stationären Hilfen zur Erziehung gelebt haben, für Interviews gesucht hat und zum Thema Übergängen aus der Jugendhilfe forschen.

Dieser Frage gehen zurzeit mehrere junge Erwachsene nach, die selbst stationäre Jugendhilfeerfahrung gemacht haben und in Pflegefamilien aufgewachsen sind.

Ausgangspunkt für diese Fragestellung ist die aktuelle Forschung einer Arbeitsgruppe der Uni Hildesheim, welche 2011 deutschlandweit sogenannte Careleaver – also junge Menschen, die in stationären Hilfen zur Erziehung gelebt haben – für Interviews gesucht hat und zum Thema Übergängen aus der Jugendhilfe forschen.

Diese Careleaver haben sich nun zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, das einen Erfahrungsaustausch und Unterstützung auf dem Weg in ein selbstständiges Leben nach der Jugendhilfe bieten will.

Denn ohne familiäre Unterstützung den Weg in die Selbstständigkeit zu bestreiten, kann einen Menschen vor eine Vielzahl an lebenspraktischen und emotional belastende Herausforderungen stellen.

Damit die zukünftigen Careleaver nicht genauso im Regen allein stehen gelassen werden wie bereits viele andere, möchte das Careleaver Netzwerk mit verschiedenen Angeboten unterstützend da sein.

Nach einem ersten Auftakttreffen des Carleaver-Netzwerkes im Oktober 2011 und einem bundesweiten Treffen im Februar diesen Jahres sind bereits konkrete Arbeitsschritte entstanden: So wird momentan ein Flyer entworfen, welcher in verschiedene Jugendhilfeeinrichtungen versendet werden und auf das Netzwerk aufmerksam machen soll. Auch Workshops sollen stattfinden, in welchen Careleaver aus ihrer Biographie berichten und für Fragen von zukünftigen Careleavern offen sind.

Parallel dazu befindet sich ein Online-Netzwerk im Aufbau für den kommunikativen und informativen Austausch von Careleavern für Careleaver und auch an einer Facebookpräsenz wird momentan gearbeitet. Infos gibt es schon jetzt unter www.careleaver.de und Fragen können unter info@careleaver.de gestellt werden.

Auch in den Medien wird vermehrt über das Careleaver-Netzwerk berichtet. So gab es im März ein Interview der Süddeutschen Zeitung mit vier Careleavern, der Artikel dazu erschien am 18. März und ist auch aktuell noch online auf jetzt.de einzusehen ("Ohne Papas helfende Hand" von Nadja Schlüter).

Einige weitere Zeitungsinterviews sind in der Planung und auch das Netzwerk selbst hatte sich zum Ziel gesetzt einen kleinen Film zu drehen, um auf das Thema Übergang aus Jugendhilfe aufmerksam zu machen und für die Lebenssituation von Careleavers zu sensibilisieren. Dieser Film entstand beim Netzwerktreffen in Mai 2013 in Bielefeld.
Das Netzwerk freut sich über diese Medienaufmerksamkeit, weil auf diesem Weg Lobbyarbeit für Careleavers gemacht werden kann - und wer wäre da geeigneter, als Careleaver, die bereits selbst wissen, welche verschiedenen Herausforderungen nach der Jugendhilfe warten?

Das könnte Sie auch interessieren

Hinweis

Ungleiche Startbedingungen für Jugendliche in Deutschland

Kampagne soll Careleaver sichtbarer machen und beim Übergang aus der stationären Jugendhilfe stärken. Careleaver, junge Menschen mit stationärer Jugendhilfeerfahrung, werden häufig nicht genug wahrgenommen und wertgeschätzt. Brückensteine Careleaver will das mit einer Social Media-Kampagne ändern.
Tiefergehende Information

Übergänge für junge Erwachsene

Die Altersbegrenzung der Hilfe zur Erziehung durch die Volljährigkeit ist für viele junge Menschen eine Hürde, an der manche nicht weiterwissen und sich durch die folgenden Ansprüche der verschiedenen Leistungsträger überfordert fühlen.
Hinweis

6-monatiges Engagement-, Bildungs- und Empowermentprogramm für junge Volljährige

Bewerbung ist bis zum 15. Juni möglich

Das Brückensteine Fellowship-Programm "AWAKE" bietet ein 6-monatiges Engagement-, Bildungs- und Empowermentprogramm für Careleaverinnen und Careleaver zwischen 18 und 27 Jahren. Unter der Leitung von Anja Hofmann fördert AWAKE jedes Jahr bis zu 12 Fellows. Das Programm umfasst 3 Wochenendseminare, selbstorganisierte Online-Treffen und optionale Coachings. Für den Jahrgang 23/24 werden noch Bewerbungen entgegengenommen.
Hinweis

App für Careleaver

Cariboo Tools & Features – eine App für alle Fragen rund um das Thema Jugendhilfe. Im Übergang aus der Jugendhilfe in die Selbstständigkeit stehen Careleaver vor komplexen Herausforderungen. Die App Cariboo bietet eine digitale Erweiterung des Unterstützungsangebots der Jugendhilfe, um den Leaving Care Prozess – das heißt, den Auszug aus der Jugendhilfe – zu erleichtern.
Tiefergehende Information

Zwei Selbsteinschätzungsbögen des jungen Menschen

Die Bögen dienen dazu, dass der junge Mensch erkennt, welche Voraussetzungen zur Verselbständigung gehören und der Selbsteinschätzung, ob er diese schon leisten kann.
Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht Florian

Erfahrungsbericht über ein Pflegekind mit FASD, welches in der Pflegefamilie erwachsen wird.
Erfahrungsbericht

von:

Hinweis

Benachteiligung von Jugendlichen, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen, ist besonders im Sommer ein Thema

Die Langzeitstudie Care Leaver Statistics (CLS-Studie) untersucht Lebenswege und Teilhabechancen von jungen Erwachsenen, die das System der Jugendhilfe verlassen und in die weiteren Lebensabschnitte starten.
Tiefergehende Information

Junge Volljährige nach der stationären Hilfe zur Erziehung

Leaving Care als eine dringende fach- und sozialpolitische Herausforderung in Deutschland. Im Diskussionspapier der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ - wird deutlich, wie notwendig es ist, sich mit der Entwicklung von jungen Volljährigen zu beschäftigen, die in Heimen, Wohngruppen oder Pflegefamilien aufgewacfhsen sind.
Politik

Hilfe für junge Volljährige als KANN-Leistung???

Einige wesentliche Fachausschüsse haben dem Bundesrat die Empfehlungen 314/1/17zum Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen (KJSG) für seine Sitzung am 2. Juni 2017 zur Verfügung gestellt. Nach diesen Empfehlungen soll die Hilfe für junge Volljährige § 41 SGB VIII von einer "soll" auf eine "kann"Leistung umgestellt werden.