Sie sind hier

28.04.2020
Projekt

Wie sich der Alltag von Kindern in Zeiten von Corona verändert

Um zu untersuchen, wie Kinder mit den Einschränkungen in der Corona-Krise umgehen und wie sie sich auf ihr Wohlbefinden auswirken, hat das Deutsche Jugendinstitut eine Online-Befragung gestartet. Im Fokus der Studie stehen die Sozialbeziehungen von Kindern. Eltern, Pflegeeltern und Adoptiveltern können sich an der Befragung "Kindsein in Zeiten von Corona - Mediennutzung, Freunde und Familie" beteiligen.

Durch die Coronavirus-Pandemie hat sich der Alltag von Kindern und Familien stark gewandelt: Schulen dürfen in den meisten Bundesländern bis mindestens Anfang Mai nicht besucht werden, Krippen und Kindergärten sind voraussichtlich bis zum Ende der Sommerferien nur für die Notbetreuung geöffnet, Spielplätze sind gesperrt und Kontakte zu Großeltern und Freunden kaum möglich. Um zu untersuchen, wie Kinder mit diesen Einschränkungen umgehen und wie sie sich auf ihr Wohlbefinden auswirken, hat das Deutsche Jugendinstitut eine Online-Befragung gestartet.

Im Fokus der Studie stehen die Sozialbeziehungen von Kindern: Welche Rolle spielen digitale Medien beim Kontakt zu Freunden, Großeltern, aber auch zu anderen Bezugspersonen aus Kita und Schule? Inwiefern kann die Familie fehlende Sozialkontakte kompensieren? Und welche Auswirkungen hat die Situation auf die gemeinsam verbrachte Zeit in der Familie, das Familienklima, das elterliche Erziehungsverhalten sowie die Beziehungsqualität zu Geschwistern, Großeltern und Freunden? Um untersuchen zu können, wie es den Kindern bei all diesen Veränderungen geht, erheben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch psychologische Aspekte zum Wohlergehen.

Ziel des Teams aus PsychologInnen, Erziehungs- und MedienwissenschaftlerInnen der Fachgruppe „Lebenslagen und Lebenswelten von Kindern“ am DJI sei es, bei der Analyse des Familienlebens zu Corona-Zeiten insbesondere die Perspektive der Kinder zu berücksichtigen, die bislang häufig vernachlässigt wurde, sagt die Leiterin der Fachgruppe Dr. Alexandra Langmeyer.

Die Befragung richtet sich zunächst an Eltern von Kindern zwischen drei und fünfzehn Jahren und wird im Anschluss durch qualitative Interviews mit Kindern im Alter zwischen sieben und fünfzehn Jahren erweitert. Um nach der Auswertung möglichst valide Aussagen treffen zu können, streben die Forschenden eine Teilnahme von Eltern in verschiedenen Familienkonstellationen, mit allen Bildungshintergründen und in unterschiedlichen Erwerbs- und Wohnsituationen an.

Die Redaktionen werden gebeten, den Link zur Befragung zu veröffentlichen und über soziale Netzwerke zu teilen. Die Befragung dauert circa 15 Minuten. Informationen zum Datenschutz erscheinen auf der Startseite.

Presseerklärung des Deutschen Jugendinstituts (DJI) vom 28. April 2020

Das könnte Sie auch interessieren

Politik

Chance einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe wahrnehmen!

Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe AGJ, das Bundesjugendkuratiorium und das Deutsche Jugendinstitut haben in einem offenen Brief die Politik dazu aufgefordert, das Kinder- und Jugendhilfestärkungsgesetz schnellstmöglich noch in dieser Legislaturperiode abzuschließen.
Projekt

Handlungsbedarf beim Thema Adoption

Das Bundesfamilienministerium will gelingende Adoptionsverfahren und eine adoptionsfreundliche Praxis besser unterstützen und fördert zu diesem Zweck das Expertise- und Forschungszentrum Adoption (EFZA) am Deutschen Jugendinstitut (DJI)
Projekt

Gute Heime – Möglichkeiten der Sichtbarmachung der Qualitäten stationärer Hilfen zur Erziehung

Ein Kooperationsverbund zwischen dem Deutschen Jugendinstitut e.V., dem Deutschen Verein und der Bertelsmann Stiftung möchte im Rahmen eines Projektes - Laufzeit: 01.11.2016 - 31.10.2018 - die Qualität von stationären Unterbringungen untersuchen.
Interview

herausgegeben von:

"Pflegekinderhilfe in Deutschland"

Interview mit den Autoren Elisabeth Helming (DJI) und Dr. Heinz Kindler (DJI) zum Projektbericht "Pflegekinderhilfe in Deutschland".
Hinweis

Gesetzliche Altersgrenzen im jungen Erwachsenenalter

Im Auftrag des Deutschen Jugendinstituts e.V. (DJI) hat das Forschungsinstitut SOCLES eine Expertise erstellt, in der es um die juristischen Altersgrenzen geht, wenn ein junger Mensch volljährig geworden ist. Volljährigkeit mit 18 Jahren bedeutet nicht, in allen juristischen Bereichen schon als Erwachsener angesehen und behandelt zu werden. Das Recht sieht an verschiedenen Stellen Sonderregelungen für zwar volljährige, aber von der Rechtsordnung und/oder Gesellschaft noch als ‚jung‘ eingestufte Menschen vor.
Projekt

Ganztagsschule als Hoffnungsträger für die Zukunft ?

Das Deutsche Jugendinstitut - DJI - stellt in einer von der Bertelsmann Stiftung in Auftrag gegebenen Expertise das Reformprojekt Ganztagsschule auf den Prüfstand.
Projekt

Expertise- und Forschungszentrum Adoption (EFZA)

Bündelung von Erkenntnissen zum Thema Adoption aus dem In- und Ausland, Initiierung von Forschung und Erfahrungsaustausch sind die Aufgaben eines Projektes der EFZA.
Projekt

Soziale Teilhabe im Lebensverlauf junger Erwachsener

CLS ist die erste Langzeitstudie in Deutschland zum sogenannten ›Leaving Care‹ junger Erwachsener – dem Verlassen einer stationären Kinder- und Jugendhilfe. Die Langzeitstudie untersucht über mehrere Jahre hinweg den Übergang junger Menschen zwischen dem Leben in der Pflegefamilie (§ 33 SGB VIII) oder der Wohngruppe sowie sonstigen betreuten Wohnformen (§ 34 SGB VIII) und dem Erwachsenenleben. In der CLS-Studie geht es um Fragen wie zum Beispiel: Wie leben, lernen und arbeiten junge Menschen im Übergang? Wie gestalten sie ihren Alltag? Was sind ihre Ziele und Wünsche?