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Regelmäßiger Bericht der Pflegeeltern

Sehr hilfreich für das Verständnis der Entwicklung des Kindes kann ein regelmäßiger Bericht der Pflegeeltern über die Zeit zwischen den Hilfeplangesprächen sein.

Themen:

Sehr hilfreich für das Verständnis der Entwicklung des Kindes kann ein regelmäßiger Bericht der Pflegeeltern über die Zeit zwischen den Hilfeplangesprächen sein. Dieser Bericht wird dann dem Hilfeplanprotokoll angehängt und verdeutlicht so die Entwicklung des Kindes aus der Sicht der Pflegeeltern. Meist ist ein solcher Bericht umfänglicher und beschreibt das Kind genauer, als wenn die Entwicklung allein aus mündlichen Berichten beim Hilfeplangespräch zusammengestellt wird. Für die meisten professionellen Pflegeeltern ist ein solcher Bericht Pflicht.

Viele Pflegeeltern haben jedoch nicht das Gefühl, ‚gut‘ schreiben zu können. Viele wollen die Dinge lieber mündlich berichten.

Hier gilt dann besonders:
Bereiten Sie sich gut auf das Gespräch vor. Schauen Sie sich das letzte Protokoll des Hilfeplangespräches an. Was ist da vereinbart worden? Wie haben sich die Vereinbarungen gehalten? Was wird noch im Formular des Hilfeplanes angefragt? Gesundheit, Schule, Freizeit etc.

Es müssen auch Themen beachtet werden, zu denen die ‚Meinung‘ aller Beteiligten von Bedeutung ist z.B. Impfungen, Einbürgerung, Schulwechsel, Therapien. (Grundentscheidungen).

Vorbereitungspapier

Ein Jugendamt stellt seinen Pflegeeltern folgendes ‚Vorbereitungspapier‘ für ein Hilfeplangespräch zur Verfügung:

Liebe Pflegeeltern,
die folgenden Sätze dienen als Anregung einzuschätzen, wie Ihr Pflegekind sich verhält.

Bitte beschreiben Sie die Verhaltensweisen objektiv, d.h. ohne Vermutungen und Interpretationen

  • Wie hat sich das Verhalten im Vergleich zum Beginn der Pflegschaft/o. zum letzten Bericht verändert (Verbesserung, Verschlechterung, Schwankungen)?
  • Tritt das Verhalten nur phasenweise auf(wann und wie lange)?
  • Falls eine der Situationen nicht so zutrifft, wie nachfolgendend geschildert, geben Sie bitte an, wie sich Ihr Pflegekind stattdessen verhält.
  • Nicht bei jedem Kind sind alle Verhaltensweisen zu finden. Sie unterscheiden sich auch in Abhängigkeit vom Alter, Entwicklungsstand usw.

Das Kind ...

  1. Sucht übermäßig Nähe zu allen erwachsenen Personen (egal ob fremd oder vertraut)/distanziert sich übermäßig.
  2. Sucht in offensichtlich bedrohlichen Situationen Schutz. Bei wem / wie?
  3. Sucht unablässig nach Aufmerksamkeit. Auch bei fremden Personen?
  4. Steht gern im Mittelpunkt / zieht sich zurück / provoziert Konflikte zu Erwachsenen
  5. Versucht, andere zu steuern bzw. in einer Situation die Regie zu übernehmen / passt sich über die Maßen an.
  6. Zeigt bei der Trennung von der Bezugsperson Widerstand / klammert über die Maßen.
  7. Zeigt Angst oder Panik vor neuen Situationen oder Dingen.
  8. Verhält sich altersunangemessen fürsorglich (kleiner Erwachsener).
  9. Ist nach Konflikten ‚schnell wieder gut‘ (tut so, als sei nichts gewesen).
  10. Streitet lange ab, wenn es bei etwas ertappt wird.
  11. Erzählt oft Fantasiegeschichten bzw. Lügenmärchen.
  12. Kann realistisch einschätzen, ob ihm etwas gut oder weniger gut gelingt.
  13. Kann die Folgen seines Handelns seinem Alter entsprechend einschätzen.
  14. Umgeht / erfüllt die ihm übertragenen Pflichten.
  15. Besteht darauf, dass seine Bedürfnisse sofort befriedigt werden / kann abwarten bzw. aushalten.
  16. Gibt sein Taschengeld sofort aus / spart gezielt auf Wünsche.
  17. Verliert und vergisst viele Dinge.
  18. Geht mit den eigenen Sachen sorgsam um.
  19. Verliert schnell das Interesse an sehnlich gewünschten Gegenständen.
  20. Wird sehr schnell wütend oder traurig.
  21. Schreit extrem bei scheinbar kleinen Anlässen.
  22. Nässt oder kotet ein.
  23. Knabbert an den Fingernägeln.
  24. Zeigt auffälliges Sexualverhalten.
  25. Zeigt bizarre Verhaltensweisen. Wenn ja, wie sieht das aus?
  26. Nimmt übermäßig viele Nahrungsmittel zu sich.
  27. Hortet verschiedene Dinge oder Lebensmittel.
  28. Bemerkt / bemerkt nicht von sich aus, ob es friert bzw. schwitzt.
  29. Ist schmerzempfindlich oder unempfindlich.
  30. Verletzt sich ob beim Spielen o.ä. (ist unfallgefährdet).
  31. Kann altersgemäß spielen (malen, klettern, Gesellschaftsspiele o.ä.).
  32. Kann altersgemäß basteln, mit der Schere umgehen, Schuhe zubinden o.ä.
  33. Kann altersgemäß sprechen.
  34. Hat Ausdauer / gibt schnell auf.
  35. Hat in der Schule Schwierigkeiten mit dem Rechnen oder Lesen bzw. Schreiben.
  36. Hat Schwierigkeiten im Umgang mit der Zeit und mit strukturellen Abläufen (z.B. Tagesstruktur).
  37. Hält Kontakt zu Gleichaltrigen / zieht sich eher zurück / provoziert Konflikte.
  38. Fällt in kleinkindhaftes Verhalten zurück.
  • Welche Erkrankungen und Operationen hat das Pflegekind im Berichtszeitraum erlebt?
  • Welche ärztlichen Maßnahmen wurden durchgeführt?
  • Gibt es Kontakte zur Herkunftsfamilie? Wie verlaufen diese? Wie verhält sich Ihr Pflegekind?
  • Wenn es konflikthafte Situationen gibt: Wie verlaufen diese? Wie verhält sich Ihr Pflegekind? Wie reagieren Sie als Pflegeeltern darauf? Welche Gefühle stellen sich bei Ihnen ein?
Letzte Aktualisierung am: 
18.11.2013

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