Sie sind hier

Tiefergehende Information

Die Rolle des Vormundes

Der Vormund hat an den Hilfeplangesprächen teilzunehmen. Er ist der Personensorgeberechtigte und bekommt für sein Mündel die Hilfe zur Erziehung. Er muss eine Beziehung zu seinem Mündel eingehen und regelmäßig sein Mündel in der Pflegefamilie besuchen. Es muss darauf achten, dass es seinem Mündel gut geht.

Der Vormund vertritt die Interessen des Kindes oder des Jugendlichen, auch gegenüber dem Jugendamt. Er nimmt als Personensorgeberechtigter an den Hilfeplangesprächen teil und er beantragt die Leistungen, die er für das Kind oder den Jugendlichen für erforderlich hält. Dazu gehören auch alle laufenden und einmaligen Leistungen zum notwendigen Unterhalt des Kindes oder Jugendlichen (§ 39 SGB VIII). Er übt auch das Wunsch- und Wahlrecht aus, das heißt, er sucht mit dem Kind oder dem Jugendlichen das Heim oder die Pflegefamilie aus.

Aus der Broschüre: Dein Vormund vertritt dich (vom Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht)

Der Vormund hat ganz klar an den Hilfeplangesprächen teilzunehmen. Er ist der Personensorgeberechtigte und bekommt für sein Mündel die Hilfe zur Erziehung. Er muss eine Beziehung zu seinem Mündel eingehen und regelmäßig sein Mündel in der Pflegefamilie besuchen. Es muss darauf achten, dass es seinem Mündel gut geht. Er muss die Interessen und Bedürfnisse des Mündels kennen und ist -wenn er seine Aufgabe auch so versteht, wie sie ja im Gesetz beschrieben steht- dann natürlich auch ein guter und unabhängiger Vertreter der Interessen des Pflegekindes.

Während die Pflegeeltern die Alltagssorge haben -also alle Entscheidungen treffen können, die immer wieder im Alltag vorkommen- hat der Vormund die Entscheidungen in Grundfragen.
Da häufig Entscheidungen zu Grundfragen in den Hilfeplangesprächen vorkommen ist natürlich eine Absprache zwischen Pflegeeltern und Personensorgeberechtigten von größter Bedeutung. Es kann nicht einfach eine Grundentscheidung an den Pflegeeltern vorbei gefällt werden, denn jede Grundentscheidung hat eine Auswirkung auf den Alltag der Pflegefamilie und muss von den Pflegeeltern umgesetzt werden.

Bundesweit gesehen haben etwa die Hälfte aller Pflegekinder einen Vormund oder Pfleger. Während der Vormund das gesamte Sorgerecht übertragen bekommen hat, hat ein Pfleger Teile des Sorgerechtes z.B. Gesundheitsfürsorge, Aufenthaltsbestimmungsrecht etc..

Die meisten Vormünder sind Amtsvormünder. Hier ist das Jugendamt Vormund und benennt eine beim Amt angestellte Person, die diese Aufgabe zu übernehmen hat. Daneben gibt es Vereinsvormünder und Einzelvormünder. Das Gesetz benennt die ehrenamtliche Einzelvormundschaft als die vorrangige Vormundschaft.

Für etwa 10% aller Pflegekinder, die einen Vormund / Pfleger haben, haben die Pflegeeltern des Kindes diese Aufgabe übertragen bekommen.

Letzte Aktualisierung am: 
18.11.2013

Das könnte Sie auch interessieren

Tiefergehende Information

Gemeinsam für das Pflegekind sorgen – trotz Trennung und Scheidung

Üben beide Pflegeeltern gemeinsam eine Vormundschaft für ihr Pflegekind aus, muss im Scheidungsprozess auch über eine Fortführung bzw. Abänderung des Sorgerechts gesprochen werden.
Tiefergehende Information

Wenn die Pflegeeltern auch Vormund sind

Rechtlich gesehen ist der ehrenamtliche Einzelvormund vorrangig vor allen anderen Vormundschaftsmöglichkeiten. Pflegeeltern können durchaus ehrenamtliche Einzelvormünder ihrer Pflegekinder werden.
Politik

Kinderrechtsbasierte Vormundschaft ermöglichen!

Reformbedarf im SGB VIII und Sicherung der Infrastruktur

Das Bundesforum Vormundschaft und Pflegschaft hat Hinweise zum Reformbedarf im SGB VIII veröffentlicht. Vor dem Hintergrund der am 01.01.2023 in Kraft getretenen Vormundschaftsrechtsreform, zielen die Hinweise auf Probleme ab, welche die Reform bislang offen ließ. Es geht dabei vor allem um das SGB VIII, für das zurzeit ein Reformprozess mit dem Ziel einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe im Gange ist.
Hinweis

Vormundschaftsrecht

Das Bundesministerium der Justiz hat eine aktuelle Broschüre " Das Vormundschaftsrecht - wer sorgt für Kinder ohne Eltern" herausgegeben.
Politik

Öffentliche Anhörung des Rechtsausschuss des Bundestages zum Vormundschafts- und Betreuungsgesetz

Der Rechtsausschuss des Bundestages beschäftigte sich am 23. Februar mit dem Gesetzentwurf zur Änderung des Vormundschafts- und Betreuungsrechts vom 4. November 2010.
Tiefergehende Information

Pflegeeltern als ehrenamtliche Vormünder ihrer Pflegekinder

Das Gesetz schreibt ehrenamtliche Einzelvormünder vor allen anderen Vormundschaftsarten vor. Für Pflegekinder eignen sich dazu im besonderen Maße die Pflegeeltern.
Hinweis

Gesetz zur Reform des Vormundschafts- und Betreuungsrechts

Am 12.5.2021 ist das Gesetz zur Reform des Vormundschafts- und Betreuungsrechts im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden. Das Gesetz tritt zum 1.1.2023 in Kraft. Das Deutsche Institut für Jugendhilfe und Familienrecht - DIJuF hat seine Synopse zu den Neuregelungen im SGB VIII auf Grundlage der verkündeten Fassung aktualisiert.
Geänderte Rechtslage

Bundestag beschließt eine Teilreform des Vormundschaftsrechtes

Diese Teilreform besagt u.a., dass jeder Vormund höchtens 50 Mündel zu betreuen hat und dass er das von ihm betreute Kind in der Regel einmal monatlich persönlich besuchen muss.
Tiefergehende Information

Eigene Erfahrungen als ehrenamtlicher Einzelvormund

Die Umsetzung des Gesetzes in der Praxis ist mit viel Diskussion, Abwertung, Unverständnis, Überforderungsgefühlen, Ängsten und selten mit Zuversicht und positivem Empfinden verbunden. Die Ämter tun sich schwer, die Amtsvormünder müssen sich umstellen, andere Beteiligte um das Pflegekind herum müssen sich sortieren – es muss sich jeder bewegen. Ich begrüße diese Veränderung und bin der Überzeugung, dass sie für die Kinder und Jugendliche mit Vormündern oder Pflegern eine positive und sinnvolle Verbesserung bedeutet.
Politik

Justizministerin: Vormund darf Kind nicht nur aus Akten kennen

Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger zu verbessertem Kinderschutz durch beabsichtigte Änderungen im Vormundschaftsrecht: