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Frage und Antwort

Sparen für das Pflegekind?

Ich habe nun noch eine Frage zum Sparen für Pflegekinder. Ich habe jetzt oft die Frage erhalten: Die Herkunftseltern haben die finanzielle Sorge für das Kind inne. Wenn die Pflegeeltern jedoch für die Kinder etwas für die Zukunft sparen wollen, wie das Eltern so machen, ist die Frage, wie das funktionieren kann, ohne dass die Herkunftseltern Zugriff darauf haben. Die Sorge erscheint mir in diesen angefragten Fällen berechtigt, bzw. entwickeln sich auch gute Verhältnisse manchmal in schwierige. Haben Sie eine Idee dazu?

Themen:

Es gibt einige Gründe, warum Pflegeeltern nicht auf den Namen ihres Pflegekindes ansparen sollten z.B.:

  • Ein Sparbuch für das Kind ist nur vom Sorgeberechtigten bei der Bank zu erstellen, nicht von Pflegeeltern (es sei denn, sie hätten das Sorgerecht - einschl. Vermögenssorge). D.h. dass der Sorgeberechtigte auf jeden Fall darüber Bescheid weiß.
  • der Sorgeberechtigte kann auf das Ersparte zugreifen
  • das Pflegeverhältnis könnte ungeplant beendet werden und das Ersparte einen von den Pflegeeltern ungewollten Weg gehen
  • der Jugendliche kann auf das Ersparte zugreifen - auch in einer Weise, die den Pflegeeltern nicht zusagt.

Ich schlage daher den Pflegeeltern, die für ihr Pflegekind ansparen wollen vor, dies nicht auf den Namen des Pflegekindes zu machen, sondern auf ihren eigenen. Dann bleibt das Geld in ihrer Verfügung, bis und solange sie dies nicht selbst an das Pflegekind weitergeben wollen. Das macht auch deswegen Sinn, weil wir doch eine Vielzahl von Pflegekindern haben, die bei Volljährigkeit nicht gerade sattelfest bei finanziellen Handlungen sind. Die Pflegeeltern könnten dann erst später den Betrag übergeben - wenn sie es dann noch wollen.

Letzte Aktualisierung am: 
11.03.2021

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